Herzliche Einladung zum nächsten Vortrag

am 28. Oktober 2026, 18.00 Uhr
Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Dr.phil. Peter Erhart, MAS: Ausflug nach Montecassino – Transalpiner Kulturtransfer in der Frühen Neuzeit

Ein Heiliges Jahr bedeutete in der Barockzeit ein ungleich aufwändigeres Schauspiel. Noch vor der Öffnung der Heiligen Pforte läuteten an vier Tagen während vieler Stunden in allen Kirchen der Stadt die Glocken. Der Akt des Öffnens selbst wurde von einem Feuerwerk, von Kanonenschüssen auf der Engelsburg und von Salutschüssen der Schweizergarde begleitet. Mitten drinnen zwei St. Galler Benediktiner, einer davon aus Salzburg stammend, die das bis 2025 wohl längste Jubeljahr erlebten. Es umfasste nebst den regulären Feierlichkeiten den Tod von Papst Innozenz XII. und die Wahl von Clemens XI. Die Zeit des Konklaves nutzten die beiden Mönche für einen Ausflug nach Subiaco, Montecassino und Neapel, um ihre Grand Tour durch das barocke Italien abzurunden.

11. November 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

H-Prof.in Dr.in Elfriede Windischbauer: NeuGIERIGE Blicke. Salzburg und die Zurschaustellung außereuropäischer Menschen im 19. und 20. Jahrhundert

So genannte „Völkerschauen“ fanden im 19. und im frühen 20. Jahrhundert nicht nur in den europäischen Metropolen statt. Auch in Provinzstädten wie Salzburg wurden außereuropäische Menschen zur Schau gestellt – auf der Dult, bei Volksfesten, in Restaurants und Zirkussen. Die Menschen kamen vor allem aus Afrika, aber auch aus Asien, Australien und Amerika. Als Quellen stehen u.a. Berichte in Salzburger Zeitungen und Plakate, die für die Veranstaltungen warben, zur Verfügung.

Anhand von über 40 Menschenausstellungen, die in Salzburg zwischen 1813 und 1853 stattgefunden haben, werden die Lebensumstände der zur Schau gestellten Menschen, die Rolle der Schausteller, die Veranstaltungsorte und Motive des Publikums beleuchtet.

Um das Jahr 1813 wurde in einem Geschäftshaus am Kranzlmarkt ein junger Mann aus Südafrika zur Schau gestellt. Plakat: © Salzburg Museum

25. November 2026, 18.00 Uhr: Vortrag & Jahreshauptversammlung

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Peter Fraundorfer, BA MA: Rupertus semper reformandus: Die vielen Leben des Salzburger Landespatrons

In der Erforschung des historischen Rupert von Salzburg hat Prof. Dr. Herwig Wolfram vier Fragen als zentrale definiert: Wann und warum ging Rupert von Worms nach Salzburg und wann und wo verstarb er? Allerdings beschäftigten eben diese Fragestellungen die Salzburger Kirche schon seit dem frühen Mittelalter. Aber anders als Geschichtsforschende heute, wurden Quellen von den mittelalterlichen Gelehrten nicht nur gelesen und analysiert, sondern auch adaptiert. Dieser Vortrag ist all diesen Adaptierungen des Rupertbildes vom 9. bis zum 15. Jahrhundert gewidmet. So lebte der literarische heilige Rupert im Vergleich zu seinem historischen Vorbild nicht nur eines, sondern viele Leben.

Stift Zwettl Cod. 13 fol. 199r

9. Dezember 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Dr. Michael Holzmann: Der südtiroler Nationalsozialist Otto Begus in Salzburg. Ein Eremit in den Extremen

Otto Begus (1899-1980) verkörpert eine geradezu idealtypische NS-Täterbiographie, die in dem Vortrag zusammen mit den Mechanismen persönlicher Radikalisierung und fehlender eigener Verantwortung aufgezeigt werden.

Begus (vorne) als Militärbeobachter in Abessinien, ca. Herbst 1935, Besitz: M. Holzmann

Mit 16 Jahren Freiwilliger im Alpenkrieg, italienische Kriegsgefangenschaft, Jura-Studium (Promotion 1924), 1921 Freikorps-Einsatz in Oberschlesien, 1929 Polizeijurist in Österreich, NSDAP- und SS-Mitglied mit großem Netzwerk, Teilnahme am „Juliputsch“ 1934, Militärbeobachter in Äthiopien, 1937 Gestapobeamter, 1938/9 in Salzburg, dort wohnhaft in einer „arisierten“ Wohnung bis 1945, Kriegseinsatz in Frankreich, Griechenland und Italien (Geheime Feldpolizei und SD), mutmaßlicher Kriegsverbrecher, 1945 verhaftet, 1948 in Wien wegen NS-Betätigung zu 3 1/2 Jahren „schwerem Kerker“ verurteilt, Freisetzung durch UdSSR-Geheimdienste, Mehrfachagent in Innsbruck und Salzburg in den frühen 1950er Jahren.

Begus konnte auf ein Netzwerk früherer österreichischer Nationalisten und NS-Täter und Kontakte aus der Kriegszeit bauen. Er blieb bis zu seinem Tod überzeugter Nationalsozialist und hielt Kontakte zu ehemaligen NS-Größen, für seine Verbrechen wurde er nicht mehr strafrechtlich belangt, ein persönliches Schuldbekenntnis ist nicht überliefert.

13. Januar 2027, 18.00 Uhr

Vortrag mit Buchpräsentation

Mag. Josef Kral: Jörg Gloppitscher. Ein Salzburger Glockengießer

Der Salzburger Glockengießer Jörg Gloppitscher war lange Zeit trotz der Berühmtheit seiner Werke ein großer Unbekannter der Geschichte. Das ändert sich mit diesem Kunstführer aus dem Verlag Schnell&Steiner. Neben einem Überblick über Gloppitschers Gesamtwerk und einer detaillierten, bebilderten Vorstellung seiner wichtigsten Glocken enthält dieser auch erstmals eine aus den gewonnenen Daten erschlossene Biographie dieses außergewöhnlichen Meisters. Damit vermittelt er dem Leser einen lebendigen Einblick in ein bedeutendes Kapitel der Salzburger Kunst- und Musikgeschichte der Spätgotik.

27. Januar 2027, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Lukas Fallwickl, MA: Der Mord im Weyerhof – ein aufsehenerregender Kriminalfall in der Stadt Salzburg vor 120 Jahren

Am frühen Morgen des 19. Oktober 1906 wurde auf einer Wiese am Fuß des Kühbergs die blutverschmierte und offenbar erdrosselte Leiche des seit mehreren Tagen vermissten Postpraktikanten Josef Mühlberger entdeckt. Ein bald darauf eintreffendes sechsköpfiges Ermittlungsteam stellte fest, dass der Tote an dieser Stelle abgelegt worden war, konnte aber keinerlei Hinweise auf den Tatort finden. Möglicherweise wäre dieser für immer verborgen geblieben, hätte nicht ein Zufallsfund noch am selben Tag die Aufmerksamkeit der Exekutive auf das Gasthaus Weyerhof in Parsch gelenkt, wo es zu ersten Verhaftungen kam. Der Vortrag gibt detaillierte Einblicke in die Ermittlungen und die Gerichtsverhandlung zum öffentlich mit großem Interesse verfolgten Mord im Weyerhof, anhand derer die Methoden und Möglichkeiten der Kriminalistik jener Zeit beleuchtet werden.

Foto: Michael Brauer
Foto: Michael Brauer

10. Februar 2027, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Dr.in Ruth Isser: Eleonore von Schottland und ihre Reise nach Bad Gastein in Salzburg

1465 reiste Eleonore von Schottland (ca. 1433–1480), Landesfürstin von Tirol und Erzherzogin von Österreich, für einen längeren Kuraufenthalt von Innsbruck nach Bad Gastein. Erhaltene Rechnungen und Briefe ermöglichen es, die Organisation und den Verlauf dieser Badefahrt ebenso wie ihre Ziele und Funktionen eingehend zu rekonstruieren. Sie geben Auskunft über Reisewege und Aufenthaltsdauer, Begleitung und Personal, Ausgaben und Kontakte.

Ausgehend von diesen Quellen untersucht der Vortrag, welche Handlungsfelder und Handlungsspielräume sich einer spätmittelalterlichen Fürstin im Rahmen einer Badefahrt eröffneten. Eleonores Reise bietet dabei Einblicke in das Zusammenspiel von Gesundheitsfürsorge, fürstlicher Repräsentation und sozialen Beziehungen. Zugleich erlaubt sie, zeitgenössische Erwartungen an fürstliche Frauen mit Eleonores konkretem Handeln in Beziehung zu setzen und gängige Vorstellungen von den Rollen und Aufgaben spätmittelalterlicher Fürstinnen kritisch zu hinterfragen.

03. März 2027, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Walter Brandstätter, MEd: Hohensalzburg (digital) – Neue Perspektiven auf Salzburgs prägendstes Wahrzeichen

Der Vortrag präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zur Geschichte der Festung Hohensalzburg und verbindet die neuesten Erkenntnisse der laufenden Dissertation mit den Resultaten des Digital-Humanities-Projekts Hohensalzburg Digital (2022-2025). Im Mittelpunkt stehen neue Perspektiven auf die soziale, wirtschaftliche und räumliche Entwicklung Hohensalzburgs sowie die Potenziale digitaler Methoden für deren Erforschung. Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird aufgezeigt, wie die Verknüpfung historischer Quellen mit digitalen Technologien neue Fragestellungen eröffnet und bestehende Forschungsansätze erweitert. Abschließend werden Möglichkeiten der öffentlichen Präsentation und Vermittlung der Forschungsergebnisse skizziert.

10. März 2027, 18.00 Uhr

Medienraum Erzabtei St. Peter (Eingang über die Pforte)

Vortrag mit Buchpräsentation

Univ.-Prof. Dr. Martin Knoll, Dr. Thomas Mitterecker, Mag. Wolfgang Neuper: Aufstand in Salzburg. 500 Jahre „Bauernkrieg“ 1525/26

Vor über 500 Jahren brachte eine von breiten Bevölkerungsschichten getragene Aufstandsbewegung die fürsterzbischöfliche Herrschaft in Salzburg an den Rand ihrer Existenz. Die Salzburger Ereignisse, die in der Belagerung Fürsterzbischofs Matthäus Lang auf Hohensalzburg kulminierten, standen nicht isoliert. Sie waren vielfältig mit dem komplexen Aufstandsgeschehen des Großen Bauernkriegs andernorts in Mitteleuropa verflochten.

Der Sammelband dokumentiert die Beiträge einer Tagung, die, gemeinsam konzipiert und organisiert von Universität Salzburg, den regionalen Archiven und Museen sowie unterstützt u. a. von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, zum Gedenkjahr veranstaltet wurde. Anliegen ist es, die Geschehnisse im interregionalen Vergleich einzuordnen, den Forschungsstand zu bilanzieren und bislang unterbelichtete Fragen zur gesellschaftlichen Realität des Aufstands zu bearbeiten. Erstmals werden dabei auch die Rezeptionsgeschichte und die daraus erwachsene Erinnerungskultur systematisch in den Blick genommen.