Vortragsreihe der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 2026/27

Die Vortragsliste für Herbst und Winter steht fest – wir laden Sie herzlich ein, sich mit uns auf ein abwechslungsreiches Programm voller spannender Einblicke in Geschichte, Kunst und Kultur des Landes Salzburg zu freuen.

Der erste Vortrag von Erzabt em. Dr. Korbinian Birnbacher OSB (100 Jahre Kolleg St. Benedikt in Salzburg) findet am 14. Oktober 2026, 19:00 Uhr im Romanischen Saal der Erzabtei St. Peter statt. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Vorträgen finden Sie wie gewohnt unter dem Menüpunkt „Vorträge“.

Im Anschluss an den Vortrag lädt der Vorstand die Teilnehmenden herzlich zu einem kleinen Umtrunk im Medienraum der Erzabtei St. Peter ein. In neuer Umgebung stoßen wir auf einen guten Start ins Vortragsjahr 2026/27 an! Für die Gesellschaft der Salzburger Landeskunde beginnt damit eine neue Ära in der mehr als 150jährigen Tradition – Technik am Stand der Zeit, erhöhter Komfort und vor allem Barrierefreiheit.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und auf anregende Gespräche und Diskussionen im Anschluss an die Vorträge.

14. Oktober 2026, 19.00 Uhr

Romanischer Saal der Erzabtei St. Peter

Erzabt em. Dr. Korbinian Birnbacher OSB: 100 Jahre Kolleg St. Benedikt in Salzburg

Das Salzburger Kolleg Sankt Benedikt dient seit 100 Jahren als Wohn- und Lebensort für Studierende an der Theologischen Fakultät bzw. seit 1962 an der Paris Lodron Universität Salzburg. Dabei ist das Kolleg weit mehr als ein Wohnheim, sondern vielmehr ein lebendiger Ort gemeinsamen Lernens und Arbeitens, des intensiven Austauschs und des Gebets im Herzen der Salzburger Altstadt. In der 2026 erschienenen Festschrift präsentieren sieben Autoren Aspekte der Entstehungsgeschichte, der Gründung, des Baues, des Zwecks und der Aufgabe des Kollegs.

28. Oktober 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Dr.phil. Peter Erhart, MAS: Ausflug nach Montecassino – Transalpiner Kulturtransfer in der Frühen Neuzeit

Ein Heiliges Jahr bedeutete in der Barockzeit ein ungleich aufwändigeres Schauspiel. Noch vor der Öffnung der Heiligen Pforte läuteten an vier Tagen während vieler Stunden in allen Kirchen der Stadt die Glocken. Der Akt des Öffnens selbst wurde von einem Feuerwerk, von Kanonenschüssen auf der Engelsburg und von Salutschüssen der Schweizergarde begleitet. Mitten drinnen zwei St. Galler Benediktiner, einer davon aus Salzburg stammend, die das bis 2025 wohl längste Jubeljahr erlebten. Es umfasste nebst den regulären Feierlichkeiten den Tod von Papst Innozenz XII. und die Wahl von Clemens XI. Die Zeit des Konklaves nutzten die beiden Mönche für einen Ausflug nach Subiaco, Montecassino und Neapel, um ihre Grand Tour durch das barocke Italien abzurunden.

11. November 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

H-Prof.in Dr.in Elfriede Windischbauer: NeuGIERIGE Blicke. Salzburg und die Zurschaustellung außereuropäischer Menschen im 19. und 20. Jahrhundert

So genannte „Völkerschauen“ fanden im 19. und im frühen 20. Jahrhundert nicht nur in den europäischen Metropolen statt. Auch in Provinzstädten wie Salzburg wurden außereuropäische Menschen zur Schau gestellt – auf der Dult, bei Volksfesten, in Restaurants und Zirkussen. Die Menschen kamen vor allem aus Afrika, aber auch aus Asien, Australien und Amerika. Als Quellen stehen u.a. Berichte in Salzburger Zeitungen und Plakate, die für die Veranstaltungen warben, zur Verfügung.

Anhand von über 40 Menschenausstellungen, die in Salzburg zwischen 1813 und 1853 stattgefunden haben, werden die Lebensumstände der zur Schau gestellten Menschen, die Rolle der Schausteller, die Veranstaltungsorte und Motive des Publikums beleuchtet.

Um das Jahr 1813 wurde in einem Geschäftshaus am Kranzlmarkt ein junger Mann aus Südafrika zur Schau gestellt. Plakat: © Salzburg Museum

25. November 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Walter Brandstätter, MEd: Hohensalzburg (digital) – Neue Perspektiven auf Salzburgs prägendstes Wahrzeichen

Der Vortrag präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zur Geschichte der Festung Hohensalzburg und verbindet die neuesten Erkenntnisse der laufenden Dissertation mit den Resultaten des Digital-Humanities-Projekts Hohensalzburg Digital (2022-2025). Im Mittelpunkt stehen neue Perspektiven auf die soziale, wirtschaftliche und räumliche Entwicklung Hohensalzburgs sowie die Potenziale digitaler Methoden für deren Erforschung. Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird aufgezeigt, wie die Verknüpfung historischer Quellen mit digitalen Technologien neue Fragestellungen eröffnet und bestehende Forschungsansätze erweitert. Abschließend werden Möglichkeiten der öffentlichen Präsentation und Vermittlung der Forschungsergebnisse skizziert.

9. Dezember 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Dr. Michael Holzmann: Der südtiroler Nationalsozialist Otto Begus in Salzburg. Ein Eremit in den Extremen

Otto Begus (1899-1980) verkörpert eine geradezu idealtypische NS-Täterbiographie, die in dem Vortrag zusammen mit den Mechanismen persönlicher Radikalisierung und fehlender eigener Verantwortung aufgezeigt werden.

Begus (vorne) als Militärbeobachter in Abessinien, ca. Herbst 1935, Besitz: M. Holzmann

Mit 16 Jahren Freiwilliger im Alpenkrieg, italienische Kriegsgefangenschaft, Jura-Studium (Promotion 1924), 1921 Freikorps-Einsatz in Oberschlesien, 1929 Polizeijurist in Österreich, NSDAP- und SS-Mitglied mit großem Netzwerk, Teilnahme am „Juliputsch“ 1934, Militärbeobachter in Äthiopien, 1937 Gestapobeamter, 1938/9 in Salzburg, dort wohnhaft in einer „arisierten“ Wohnung bis 1945, Kriegseinsatz in Frankreich, Griechenland und Italien (Geheime Feldpolizei und SD), mutmaßlicher Kriegsverbrecher, 1945 verhaftet, 1948 in Wien wegen NS-Betätigung zu 3 1/2 Jahren „schwerem Kerker“ verurteilt, Freisetzung durch UdSSR-Geheimdienste, Mehrfachagent in Innsbruck und Salzburg in den frühen 1950er Jahren.

Begus konnte auf ein Netzwerk früherer österreichischer Nationalisten und NS-Täter und Kontakte aus der Kriegszeit bauen. Er blieb bis zu seinem Tod überzeugter Nationalsozialist und hielt Kontakte zu ehemaligen NS-Größen, für seine Verbrechen wurde er nicht mehr strafrechtlich belangt, ein persönliches Schuldbekenntnis ist nicht überliefert.

Sonderausstellung + Vortrag: Historischer Verein Oberndorf an der Salzach

Im Stille-Nacht-Museum in Oberndorf (Stille-Nacht-Platz 5) findet bis Jänner 2027 eine Sonderausstellung zum Thema „Liebe Grüße aus der Vergangenheit, 130 Jahre Oberndorfer Ansichtskarten“ statt. Gezeigt werden hunderte Postkarten, Bilder und Fotos, die die Entwicklung von Oberndorf aufzeigen, weiters ist ein historisches Stadtmodell der Stadt Laufen/Oberndorf  mit ihren Vorstädten im Maßstab 1:1000 zu sehen.
Weitere Inforamtionen finden Sie hier.

Am 16. Oktober 2026 findet um 19:30 in der Aula der SMS Oberndorf (Joseph-Mohr-Straße 8) ein Vortrag von Prof. Dr. Kurt Mitterer zum Thema „13. Dezember 1800, als die Franzosen kamen“ statt. Die Stadt Laufen/Oberndorf trat für einen Tag in den Mittelpunkt des kriegerischen Geschehens. Es wird auch Anschauungsmaterial von der kaiserlichen und von der französischen Armee gezeigt.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungshinweis: Geschichtn ausm Seenland

Donnerstag, 1. Oktober 2026, 19 Uhr, Stift Mattsee (Kapitelsaal)
Mag. Jutta Baumgartner: Aus dem Wirtshausleben – essen, trinken, feiern
Weitere Informationen: hier.

Donnerstag, 5. November 2026, 19 Uhr, Stift Mattsee (Kapitelsaal)
Mag. Dr. Gerald Hirtner / Mag. Wolfgang Neuper: Der Vergangenheit eine Zukunft geben
Weitere Informationen: hier.

Das Festspielhaus vor exakt 100 Jahren am 7. August 1926: Eröffnung von Stadtsaal und Foyer

Ein Beitrag von Michael Neureiter

Jakob Adlharts Vier-Masken-Block

Es begann vor 100 Jahren: Clemens Holzmeister gestaltete ab März 1926 den Umbau des Salzburger Festspielhauses. Der im April dieses Jahres im benachbarten Kolleg St. Benedikt angebrachte Kollegchristus war, so sein Schöpfer Jakob Adlhart, „längst den davon Ergriffenen eine Stätte der Andacht, den anderen eine Stätte des Schreckens geworden“.

„Das Festspielhaus vor exakt 100 Jahren am 7. August 1926: Eröffnung von Stadtsaal und Foyer“ weiterlesen