11. November 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

H-Prof.in Dr.in Elfriede Windischbauer: NeuGIERIGE Blicke. Salzburg und die Zurschaustellung außereuropäischer Menschen im 19. und 20. Jahrhundert

So genannte „Völkerschauen“ fanden im 19. und im frühen 20. Jahrhundert nicht nur in den europäischen Metropolen statt. Auch in Provinzstädten wie Salzburg wurden außereuropäische Menschen zur Schau gestellt – auf der Dult, bei Volksfesten, in Restaurants und Zirkussen. Die Menschen kamen vor allem aus Afrika, aber auch aus Asien, Australien und Amerika. Als Quellen stehen u.a. Berichte in Salzburger Zeitungen und Plakate, die für die Veranstaltungen warben, zur Verfügung.

Anhand von über 40 Menschenausstellungen, die in Salzburg zwischen 1813 und 1853 stattgefunden haben, werden die Lebensumstände der zur Schau gestellten Menschen, die Rolle der Schausteller, die Veranstaltungsorte und Motive des Publikums beleuchtet.

Um das Jahr 1813 wurde in einem Geschäftshaus am Kranzlmarkt ein junger Mann aus Südafrika zur Schau gestellt. Plakat: © Salzburg Museum

9. Dezember 2026, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Dr. Michael Holzmann: Der südtiroler Nationalsozialist Otto Begus in Salzburg. Ein Eremit in den Extremen

Otto Begus (1899-1980) verkörpert eine geradezu idealtypische NS-Täterbiographie, die in dem Vortrag zusammen mit den Mechanismen persönlicher Radikalisierung und fehlender eigener Verantwortung aufgezeigt werden.

Begus (vorne) als Militärbeobachter in Abessinien, ca. Herbst 1935, Besitz: M. Holzmann

Mit 16 Jahren Freiwilliger im Alpenkrieg, italienische Kriegsgefangenschaft, Jura-Studium (Promotion 1924), 1921 Freikorps-Einsatz in Oberschlesien, 1929 Polizeijurist in Österreich, NSDAP- und SS-Mitglied mit großem Netzwerk, Teilnahme am „Juliputsch“ 1934, Militärbeobachter in Äthiopien, 1937 Gestapobeamter, 1938/9 in Salzburg, dort wohnhaft in einer „arisierten“ Wohnung bis 1945, Kriegseinsatz in Frankreich, Griechenland und Italien (Geheime Feldpolizei und SD), mutmaßlicher Kriegsverbrecher, 1945 verhaftet, 1948 in Wien wegen NS-Betätigung zu 3 1/2 Jahren „schwerem Kerker“ verurteilt, Freisetzung durch UdSSR-Geheimdienste, Mehrfachagent in Innsbruck und Salzburg in den frühen 1950er Jahren.

Begus konnte auf ein Netzwerk früherer österreichischer Nationalisten und NS-Täter und Kontakte aus der Kriegszeit bauen. Er blieb bis zu seinem Tod überzeugter Nationalsozialist und hielt Kontakte zu ehemaligen NS-Größen, für seine Verbrechen wurde er nicht mehr strafrechtlich belangt, ein persönliches Schuldbekenntnis ist nicht überliefert.

13. Januar 2027, 18.00 Uhr

Vortrag mit Buchpräsentation

Mag. Josef Kral: Jörg Gloppitscher. Ein Salzburger Glockengießer

Der Salzburger Glockengießer Jörg Gloppitscher war lange Zeit trotz der Berühmtheit seiner Werke ein großer Unbekannter der Geschichte. Das ändert sich mit diesem Kunstführer aus dem Verlag Schnell&Steiner. Neben einem Überblick über Gloppitschers Gesamtwerk und einer detaillierten, bebilderten Vorstellung seiner wichtigsten Glocken enthält dieser auch erstmals eine aus den gewonnenen Daten erschlossene Biographie dieses außergewöhnlichen Meisters. Damit vermittelt er dem Leser einen lebendigen Einblick in ein bedeutendes Kapitel der Salzburger Kunst- und Musikgeschichte der Spätgotik.

03. März 2027, 18.00 Uhr

Medienraum St. Peter (Eingang über die Pforte)

Walter Brandstätter, MEd: Hohensalzburg (digital) – Neue Perspektiven auf Salzburgs prägendstes Wahrzeichen

Der Vortrag präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zur Geschichte der Festung Hohensalzburg und verbindet die neuesten Erkenntnisse der laufenden Dissertation mit den Resultaten des Digital-Humanities-Projekts Hohensalzburg Digital (2022-2025). Im Mittelpunkt stehen neue Perspektiven auf die soziale, wirtschaftliche und räumliche Entwicklung Hohensalzburgs sowie die Potenziale digitaler Methoden für deren Erforschung. Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird aufgezeigt, wie die Verknüpfung historischer Quellen mit digitalen Technologien neue Fragestellungen eröffnet und bestehende Forschungsansätze erweitert. Abschließend werden Möglichkeiten der öffentlichen Präsentation und Vermittlung der Forschungsergebnisse skizziert.

10. März 2027, 18.00 Uhr

Medienraum Erzabtei St. Peter (Eingang über die Pforte)

Vortrag mit Buchpräsentation

Univ.-Prof. Dr. Martin Knoll, Dr. Thomas Mitterecker, Mag. Wolfgang Neuper: Aufstand in Salzburg. 500 Jahre „Bauernkrieg“ 1525/26

Vor über 500 Jahren brachte eine von breiten Bevölkerungsschichten getragene Aufstandsbewegung die fürsterzbischöfliche Herrschaft in Salzburg an den Rand ihrer Existenz. Die Salzburger Ereignisse, die in der Belagerung Fürsterzbischofs Matthäus Lang auf Hohensalzburg kulminierten, standen nicht isoliert. Sie waren vielfältig mit dem komplexen Aufstandsgeschehen des Großen Bauernkriegs andernorts in Mitteleuropa verflochten.

Der Sammelband dokumentiert die Beiträge einer Tagung, die, gemeinsam konzipiert und organisiert von Universität Salzburg, den regionalen Archiven und Museen sowie unterstützt u. a. von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, zum Gedenkjahr veranstaltet wurde. Anliegen ist es, die Geschehnisse im interregionalen Vergleich einzuordnen, den Forschungsstand zu bilanzieren und bislang unterbelichtete Fragen zur gesellschaftlichen Realität des Aufstands zu bearbeiten. Erstmals werden dabei auch die Rezeptionsgeschichte und die daraus erwachsene Erinnerungskultur systematisch in den Blick genommen.

Sonderausstellung + Vortrag: Historischer Verein Oberndorf an der Salzach

Im Stille-Nacht-Museum in Oberndorf (Stille-Nacht-Platz 5) findet bis Jänner 2027 eine Sonderausstellung zum Thema „Liebe Grüße aus der Vergangenheit, 130 Jahre Oberndorfer Ansichtskarten“ statt. Gezeigt werden hunderte Postkarten, Bilder und Fotos, die die Entwicklung von Oberndorf aufzeigen, weiters ist ein historisches Stadtmodell der Stadt Laufen/Oberndorf  mit ihren Vorstädten im Maßstab 1:1000 zu sehen.
Weitere Inforamtionen finden Sie hier.

Am 16. Oktober 2026 findet um 19:30 in der Aula der SMS Oberndorf (Joseph-Mohr-Straße 8) ein Vortrag von Prof. Dr. Kurt Mitterer zum Thema „13. Dezember 1800, als die Franzosen kamen“ statt. Die Stadt Laufen/Oberndorf trat für einen Tag in den Mittelpunkt des kriegerischen Geschehens. Es wird auch Anschauungsmaterial von der kaiserlichen und von der französischen Armee gezeigt.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Wissen günstig erwerben!

Die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde bietet frühere Jahrgänge der „Mitteilungen“ zu derzeit besonders günstigen Konditionen an.

Nützen Sie die Gelegenheit, um Ihre landeskundliche Bibliothek zu komplettieren. Weitere Auskünfte: salzburger@landeskunde.at

Veranstaltungen

AUSSTELLUNG · MUSEUM DER VERLORGENEN GENERATION
10. Oktober 2025 – 6. März 2027, Sigmund-Hafner-Gasse 12, 1. Stock
DIE VERLORENE GENERATION: IHRE KUNST. IHRE GESCHICHTEN.

AUSSTELLUNG · MUSEUM DER MODERNE | RUPERTINUM
7. November 2025 – 14. Juni 2026, Wiener-Philharmoniker-Gasse 9
EVERYBODY! WAS KÖRPER ERZÄHLEN. FOTOGRAFIE UND MEDIENKUNST VON 1945 BIS HEUTE

AUSSTELLUNG · DOMQUARTIER | NORDORATORIUM
8. November 2025 – 7. Juni 2026, DomQuartier
HEROISCH UND VERKLÄRT – DER BAUERNKRIEG IM SPIEGEL VON KUNST UND DIKTATUR

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